Darmzentrum OWL- das erste von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Darmzentrum in Ostwestfalen-Lippe

Lukas-Krankenhaus erhält als erstes Valeo-Haus das Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft

Das Darmzentrum OWL hat vor wenigen Tagen von der Deutschen Krebsgesellschaft die begehrte Auszeichnung als „zertifiziertes Darmzentrum“ erhalten und die Bedeutung als ausgewiesenes Kompetenzzentrum bestätigt.

Als eines der ersten Darmzentren bundesweit hat das Darmzentrum Ostwestfalen-Lippe (Darmzentrum OWL) am Lukas-Krankenhaus Bünde bereits im Jahre 2006 die Arbeit aufgenommen und noch im gleichen Jahr die Zertifizierung nach den strengen Maßstäben der DIN EN ISO 9001 : 2000 beantragt und sehr erfolgreich bestanden.

Dieses Qualitätssiegel bestätigt den kriterien- und systemkonformen Aufbau des Qualitätsmanagements und ist gleichzeitig Voraussetzung für das nächste hochgesteckte Ziel, das man sich am Darmzentrum OWL gesteckt hatte: Die Prüfung nach dem Kriterienkatalog der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) durch die Zertifizierungsgesellschaft OnkoZert.

Hier trennt sich spätestens die Spreu vom Weizen, denn um dieses Ziel zu erreichen, müssen strenge und harte Kriterien erfüllt und dürfen Referenzbereiche nicht verletzt werden.

Am 27. und 28. März 2007 erfolgte die Zertifizierung durch zwei Fachauditoren der Zertifizierungsgesellschaft und am Abend des zweiten Tages stand bereits als (zunächst noch inoffizielles) Endergebnis fest, dass die monatelangen Mühen in der Vorbereitungsphase sich gelohnt haben: Das Darmzentrum OWL hat das Audit ohne jegliche Abweichung (!) erfolgreich bestanden. Die offizielle Bestätigung erhielt der Netzkoordinator und Leiter des Darmzentrums Dr. Steffen Krummbein, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Minimal-Invasive Chirurgie im Lukas-Krankenhaus Bünde dann am 03. Mai 2007.

Damit ist das Darmzentrum OWL nicht nur das erste Kompetenzzentrum dieser Art im Verbund Evangelischer Krankenhäuser in Westfalen (Valeo), sondern im weiten Umkreis von einhundert Kilometern das bislang einzige von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Darmzentrum. Das Darmzentrum OWL konnte bereits nachweisen, dass es den Vergleich selbst mit den ganz großen Zentren im Lande weder qualitativ noch quantitativ zu scheuen braucht.

tl_files/darmzentrum_files/images/content/team/portrait-krummbein.jpgDr. Steffen Krummbein kennt die „Szene“, da er als ausgewiesener Fachexperte der Deutschen Krebsgesellschaft selbst bereits Darmzentren zertifizieren konnte und bestätigt: „Leider ist der Begriff Darmzentrum selbst nicht geschützt und so tummeln sich auf dem Markt einige Einrichtungen, die sich Darmzentrum nennen, aber in keinster Weise den fachlichen Anforderungen genügen können. Wir müssen den Patienten vermitteln, wo die Unterschiede liegen und welche Rolle ein zertifiziertes und somit qualifiziertes Darmzentrum in der Früherkennung, Diagnostik und Therapie einschließlich aller flankierender Bereiche spielt.“ Stolz macht den sympathischen Chefarzt vor allem, dass alle Anforderungen im Rahmen der Zertifizierung auf Anhieb und ohne jegliche Einschränkung erfüllt werden konnten. „Besonders bei den Erstzertifizierungen muss häufig noch korrigiert und nachjustiert werden“ weiß Krummbein.

Partner im Darmzentrum OWL sind primär die Hausärzte der Patienten und daneben als so genannte Kernleistungserbringer die niedergelassenen Fachärzte Dr. Thilo Kröger und Dr. Hendrik Könemann, der Pathologe Priv.-Doz. Dr. Udo Kellner aus Minden, die Strahlentherapeutin Fr. Irene Czichowski-Vieweger aus Herford, die Radiologen Dr. Michael Imort und Andreas Höcker aus Bad Oeynhausen sowie seitens des Lukas-Krankenhauses der Chefarzt Visceralchirurgie Dr. Steffen Krummbein, der Chefarzt Gastroenterologie Dr. Bernd Wejda, der Hämato-Onkologe Dr. Ferdinand Möller-Faßbender und der Radiologe Dr. Jens Folgmann. Alle an der Behandlung beteiligten Spezialisten erörtern in der wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz sämtliche Behandlungsfälle und legen das individuelle Behandlungsregime gemeinsam mit dem Patienten fest.

Mindestmengendiskussion ist der Auslöser

Die anhaltende Diskussion über Mindestmengen in deutschen Krankenhäusern hatte die Leitung des Lukas-Krankenhauses in Bünde dazu veranlasst bereits im Mai 2005 eine intersektorale und interdisziplinäre Arbeitsgruppe einzurichten, die in Zusammenarbeit zwischen dem Krankenhaus, den Hausärzten, den niedergelassenen Fachärzten und anderen externen Partnern das Darmzentrum OWL gründungsreif und zertifizierungsreif erarbeiten sollte. Der § 137 SGB V fordert insbesondere die Qualitätssicherung bei zugelassenen Krankenhäusern. Dabei gilt es, für medizinische Leistungen Mindestmengen zwischen Krankenhaus und Krankenkassen zu vereinbaren, "bei denen die Qualität des Behandlungsergebnisses in besonderem Maße von der Menge der erbrachten Leistungen abhängig ist".

Die Festlegung von Mindestmengen hat zum Ziel, bestimmte Operationen nur noch in ausgesuchten spezialisierten Zentren durchführen zu lassen. Prognostisch bedeutet dies für NRW eine Reduzierung der Behandlungsstandorte für bösartige Geschwülste des Dickdarmes von derzeit 193 versorgenden Krankenhäusern auf 25 Zentren. Die Folgen liegen auf der Hand.

Ziel des Darmzentrums OWL soll es sein, durch eine abgestimmte Zusammenarbeit die Stärkung der Qualität, Leistungsfähigkeit und Effizienz zu fördern. Die direkte Einbindung von niedergelassenen Hausärzten und Fachärzten erlaubt eine geschlossene Versorgungskette vom ersten Verdacht einer Krebserkrankung des Dickdarmes über die Behandlung bis hin zur Nachsorge. Dies kommt den Patienten durch den reibungslosen Informationsfluss und die kontinuierliche Abstimmung in jedem einzelnen Krankheitsfall unmittelbar zugute.

Der Vorstand des Lukas-Krankenhauses Wolfgang Rediker, der gleichzeitig Vorsitzender der Mitgliederversammlung des Darmzentrums ist, ist sehr stolz auf die von allen Beteiligten, besonders natürlich die von seinen Mitarbeitern im Lukas-Krankenhaus geleistete Arbeit. „Diese besondere Qualifikation wird die ausgesprochen positive Entwicklung in der Visceralchirurgie mit unserem Chefarzt Dr. Krummbein und der Gastroenterologie mit unserem Chefarzt Dr. Wejda sicherlich nachhaltig unterstützen.“