Was ist Dickdarmkrebs?

"Krebs" steht für eine große Gruppe von unterschiedlichen Tumorerkrankungen, die eines gemeinsam haben:

die unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder Gewebes.

Was daraus entsteht ist zunächst eine Geschwulst (lateinisch Tumor), die gut- oder bösartig sein kann. Bösartige Tumoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie der normalen Wachstumskontrolle des Körpers entzogen sind. Die veränderten Zellen vermehren sich ungebremst. Sie wachsen in umliegendes Gewebe ein und zerstören es, können in die Blutbahn oder Lymphbahn eindringen und mit dem Blut- und Lymphstrom in andere Körperorgane gelangen. Dort können sie sich ansiedeln und erneut vermehren. Hierdurch entstehen Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen.

Spricht man von Darmkrebs, so ist fast immer eine Krebserkrankung des Dickdarms (Kolonkarzinom) oder des Mastdarms (Rektumkarzinom) gemeint. Zusammenfassend spricht man vom Kolorektalen Karzinom. Krebserkrankungen des Dünndarms kommen sehr selten vor.

Der Darmkrebsentstehung beginnt in der normalen Darmschleimhaut zunächst durch Wachstum gutartiger Polypen. Hierbei spielen sowohl Umwelteinflüsse, insbesondere die Ernährungsgewohnheiten, als auch genetische Faktoren eine zentrale Rolle. In der Regel müssen jedoch viele Faktoren zusammenwirken, um eine Zelle in eine Krebszelle umzuwandeln. Die molekulargenetischen Mechanismen sind hierbei sehr vielfältig und komplex. Das Karzinom ist letzten Endes das Ergebnis eines vieljährigen Prozesses, der über definierte Zwischenstufen, die sogenannten Dysplasien, zum invasiven Karzinom führt.

normale Schleimhaut
normale Schleimhaut
Polyp
Polyp
Karzinom
Karzinom

In den Industrieländern ist ein stetiger, altersabhängiger Anstieg der Darmkrebshäufigkeit zu verzeichnen. Vor dem 40. Lebensjahr ist das Kolorektale Karzinom selten. Danach findet sich ein exponentieller Anstieg bis zum 85. Lebensjahr mit einer Häufigkeit von 300 Erkrankungen / 100.000 Einwohner / Jahr für die Altersgruppe 70-74 Jahre. Bezogen auf Deutschland treten pro Jahr etwa 66.000 Neuerkrankungen auf. Damit ist das Kolorektale Karzinom die häufigste Krebserkrankung in den Ländern der westlichen Welt. Nach dem Brustkrebs ist es das zweithäufigste Karzinom der Frau, nach dem Lungen- und Prostatakarzinom ist es das dritthäufigste Karzinom des Mannes. Werden die Geschlechter zusammen betrachtet, ist es die häufigste Krebserkrankung

Die Häufigkeitsverteilung des Kolorektalen Karzinoms ist in nachfolgender Abbildung dargestellt.