Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen - CEDE

Es handelt sich hierbei um chronische, gutartige Darmerkrankungen, die sich vor allem durch das Auftreten von Bauchschmerzen, begleitet von schweren Durchfällen und zum Teil mit Blutbeimengungen, bemerkbar machen.

 
 

Colitis ulcerosa

  • Entzündung der Schleimhaut
  • vom Mastdarm zum Dünndarm hin fortschreitend
  • befällt nur den Mast- und Dickdarm
  • schubweiser Verlauf
  • Symptome: blutig-breiige Durchfälle

 

Patienten mit Colitis ulcerosa weisen ein erhöhtes Risiko für ein kolorektales Karzinom auf. Das Risiko ist abhängig von Ausdehnung, Manifestationsalter und Dauer der Erkrankung sowie dem Vorhandensein einer primär sklerosierenden Cholangitis.

In einer Meta-Analyse betrug das kumulative Karzinomrisiko bei Pancolitis 2 % nach 10 Jahren, 9 % nach 20 Jahren und 18 % nach 30 Jahren. Eine weitere Meta-Analyse konnte die Bedeutung der primär sklerosierenden Cholangitis als Risikofaktor für die Entwicklung eines kolorektalen Karzinoms bei Colitis ulcerosa Patienten bestätigen.

Empfehlung:

  • Aminosalicylate können zur Vorbeugung des kolorektalen Karzinoms bei Colitis ulcerosa eingesetzt werden.

In mehreren Fall-Kontrollstudien ging eine 5-ASA Therapie mit einer gesenkten Karzinomentstehung einher. In einer Kohortenstudie war das Risiko ein KRK zu entwickeln für Patienten mit langjähriger Aminosalicylattherapie signifikant verringert. Eine Dauergabe von Aminosalicylaten scheint demnach das KRK-Risiko zu senken. Eine Fortführung der Aminosalicylattherapie zur Karzinomprophylaxe sollte mit dem Patienten individuell anhand vorliegender Risikofaktoren besprochen werden. Sie ersetzt nicht die Notwendigkeit einer regelmäßigen endoskopischen Überwachung.

Bei Patienten mit Pancolitis ulcerosa, die > 8 Jahre besteht, oder linksseitiger Colitis, die > 15 Jahre besteht, soll eine komplette Koloskopie mit Stufenbiopsien (mindestens 4 Biopsien alle 10 cm) jährlich erfolgen.

Bei eindeutiger und durch eine unabhängige zweite Pathologenbefundung bestätigter hochgradiger intraepithelialer Neoplasie in flacher nicht entzündeter Schleimhaut ist dem Patienten die elektive, kontinenzerhaltende Proktokolektomie (kontinenzerhaltende, vollständige Dick- und Mastdarmentfernung) zu empfehlen.

Beim Vorliegen von einzelnen intraepithelialen Neoplasien in adenomartigen Arealen erscheint bei fehlendem Nachweis von synchronen intraepithelialen Neoplasien in der umgebenden Mukosa eine Abtragung und engmaschige endoskopische Nachkontrolle ausreichend.

Nach Proktokolektomie ist die Entwicklung von intraepithelialen Neoplasien bis hin zum Karzinom im Bereich des Pouches vereinzelt beschrieben. Diese stellten die Grundlage für die Empfehlung einer regelmäßigen Pouchoskopie mit Biopsieentnahme dar.

 

Morbus Crohn

  • Entzündung der ganzen Darmwand
  • bevorzugt letzter Teil des Dünndarms (terminales Ileum) betroffen
  • gesamter Magen-Darm-Trakt kann betroffen sein
  • segmentaler, diskontinuierlicher Befall
  • häufig Fisteln am After
  • Symptome: krampfartige Bauchschmerzen mit Durchfällen, meist ohne Blutbeimengungen

 

Beim Morbus Crohn ist ebenfalls von einem erhöhten kolorektalen Karzinom-Risiko auszugehen, dieses ist jedoch im Vergleich zur Colitis ulcerosa noch unzureichend charakterisiert, möglicherweise aber geringer. Es besteht ein erhöhtes Dünndarmkarzinomrisiko.

Empfehlung:

Für Patienten mit Morbus Crohn kann zur Zeit keine generelle Empfehlung zur endoskopischen Überwachung gegeben werden.Die Notwendigkeit von Vorsorgekoloskopien sollte individuell besprochen werden.

 

 

Andere entzündliche Dickdarmerkrankungen

Ein erhöhtes kolorektales Karzinom-Risiko auf dem Boden anderer entzündlicher Dickdarmerkrankungen ist nicht belegt.

 

 

 

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