Verlauf einer Behandlung

Wenn durch Ihren Hausarzt oder einen niedergelassenen Facharzt der Verdacht oder bereits die bestätigte Diagnose einer bösartigen Darmerkrankung gestellt wird, so stehen Ihnen unmittelbar die Behandlungsmöglichkeiten im Darmzentrum-OWL offen. Sie können natürlich jederzeit selbst entscheiden, ob die weitere Behandlung im Darmzentrum-OWL oder in einem Krankenhaus Ihrer Wahl stattfinden soll.

Bei Ihrer Entscheidung für das Darmzentrum-OWL wird die weitere stationäre Behandlung im Lukas-Krankenhaus Bünde erfolgen. Hierzu vereinbart Ihr behandelnder Arzt mit der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimal-Invasive Chirurgie einen Aufnahmetermin. Unter Umständen kann es ebenfalls angezeigt sein, dass -zum Beispiel zur weiteren diagnostischen Abklärung- zunächst eine Aufnahme in der Medizinischen Klinik (Innere Medizin) erforderlich ist.

Aufnahmetag

Im Anschluß an die administrative Aufnahme der Verwaltung wird man Ihnen Ihre Station nennen und Sie werden dort vom Pflegepersonal empfangen. Die für Sie zuständige Schwester / Pfleger begleitet Sie in Ihr Zimmer und führt anschließend ein sogenanntes pflegerisches Aufnahmegespräch, erfragt Ihre Medikamente, misst Blutdruck, Puls und Temperatur und erklärt Ihnen den weiteren Ablauf.

Im Laufe des Vormittags wird Sie der zuständige Stationsarzt aufsuchen und begrüßen. Er führt mit Ihnen das ärztliche Aufnahmegespräch bezüglich Ihrer Erkrankung und erfragt weitere relevante Begleiterkrankungen; abschließend folgt die körperliche Untersuchung. Sofern ergänzende Untersuchungen erforderlich sind, werden diese im weiteren Verlauf durchgeführt. Die Gesamtheit der dann vorliegenden Untersuchungsergebnisse ermöglicht die Planung einer optimale Therapie nach modernstem Standart.

Je nach Umfang der erforderlichen Untersuchungen können diese 1-2 Tage in Anspruch nehmen.

Bei bösartiger Erkrankung des Mastdarms sind spezielle Untersuchungen notwendig, die mehr Zeit in Anspruch nehmen, sodass bis zur Festlegung einer Therapie unter Umständen bis zu einer Woche vergehen kann.

In der Behandlung des Mastdarmkrebses hat sich in den letzten Jahren die Therapiestrategie deutlich geändert. In zahlreichen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass ab einer bestimmten Tumorgröße, bzw. dem Nachweis von Lymphdrüsenvergrößerungen durch eine vor der Operation durchgeführte kombinierte Chemotherapie und Strahlenbehandlung die radikale Tumorentfernung sicherer gelingt. Mit diesem Vorgehen werden die Heilungsaussichten in bestimmten Fällen deutlich verbessert. Daher erfolgt bei Patienten mit Mastdarmkrebs nach Zusammentragung aller Befunde die Entscheidung über das Therapievorgehen in einer gemeinsamen Tumorkonferenz, in der sich der Chirurg, Gastroenterologe, Onkologe, Pathologe und Strahlentherapeut treffen.

Alle Untersuchungsbefunde und die Empfehlungen der Tumorkonferenz werden mit Ihnen ausführlich besprochen. Die Therapie legen wir dann mit Ihnen zusammen fest.

Sollte ein künstlicher Darmausgang (Stoma) aus medizinischer Sicht unumgänglich sein, wird Sie eine Stomatherapeutin über die modernen Versorgungsmöglichkeiten informieren und beraten. Die Stomatherapeutin wird Sie auch nach der Operation im Krankenhaus und später zuhause weiter betreuen.

Folgende Untersuchungen sind vor der Operation notwendig:

  • Blutuntersuchung, einschließlich Bestimmung des Tumormarkers CEA
  • Sonographie (Ultraschall) des Bauches
  • Röntgenuntersuchung der Lunge, ggf. Computertomographie
  • Koloskopie (Darmspiegelung) mit Probeentnahmen (wenn nicht bereits durch Ihren Hausarzt oder niedergelassenen Gastroenterologen veranlasst)
  • Computertomographie des Bauches

Zusatzuntersuchungen bei Mastdarmkrebs:

  • Rektoskopie (Mastdarmspiegelung)
  • Endosonographie (Endoskopische Ultraschalluntersuchung zur Größenbestimmung des Tumors und Nachweis etwaiger Lymphknotenmetastasen)
  • ggf. Kernspintomographie des Becken und Bauchraumes (Spezialuntersuchung im Magnetfeld, keine Röntgenstrahlung)

Operation

Sobald alle Untersuchungen vollständig sind und die operative Therapie festgelegt wurde, wird in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch die Operation mit Heilungsaussichten, Risiken und möglichen Komplikationen mit Ihnen besprochen und ein Operationstermin festgelegt. Am Tag vor der Operation erfolgen alle notwendigen Vorbereitungen, wie z.B. die Vorbereitung des Operationsbereiches (Rasur) und die innere Reinigung des Darmes (Darmspülung). Zudem wird der Narkosearzt ebenfalls ein ausführliches Aufklärungsgespräch über die Narkose und Schmerzbehandlung mit Ihnen führen.

Am Operationstag werden Sie rechtzeitig vor der Operation in den OP-Bereich gebracht. Hier erfolgt zunächst von den Narkoseärzten die Vorbereitung. Anschließend werden Sie, bereits in Narkose, in den OP-Saal gebracht. Hier erfolgt die eigentliche Operation.

Abhängig von der Lage des Tumors werden unterschiedliche Anteile des Dickdarms bzw. Mastdarms entfernt. Grundsätzlich können die Eingriffe in herkömmlicher, konventioneller Technik mit Bauchschnitt oder aber in minimal-invasiver Technik, der sogenannten "Schlüssellochtechnik" durchgeführt werden.

Weitere Einzelheiten erfahren sie unter: Operation

Nach der Operation

Nach der Operation werden Sie in der Regel bereits im OP wach und anschließend auf die Intensivstation gebracht. Später werden Sie sich jedoch nur an die Intensivstation erinnern! Sie werden je nach Befinden für 1-2 Tage auf der Intensivstation überwacht.

Alle minimal-invasiv und ein großer Teil der herkömmlich operierten Patienten werden nach der sogenannten "Fast-track-Rehabilitation" (Schneller Weg der Rehabilitation) behandelt. Das bedeutet, dass Sie bereits am Operationstag trinken und sogar einen Joghurt essen dürfen. Am nachfolgenden Tag erhalten Sie ein normales Frühstück und die Kost wird zügig weiter aufgebaut. Zudem werden Sie am gleichen Tag aufstehen und sich bewegen. Sie sollten am ersten Tag nach der Operation mit Hilfe der Schwestern/ Pflegern oder der Physiotherapeuten, wenn möglich, mehrere Stunden außerhalb des Bettes verbringen. Um eine weitere zügige Mobilisation zu gewährleisten werden alle Sonden, Katheter und Drainagen so früh wie möglich entfernt. Diese Vorgänge sind wichtig, um einer Darmträgheit vorzubeugen und Ihre Genesung zu beschleunigen.

Seien Sie jedoch nicht enttäuscht, wenn bei Ihnen die Genesung nicht ganz so schnell verläuft, wie Sie es sich wünschen. Denn jede Erkrankung und jeder Mensch hat seine Eigenheiten und kann nicht in ein festes Schema gepresst werden. Über kurz oder lang werden auch Sie sich von dem Eingriff gut erholt haben. Unser gesamtes Team ist motiviert und bestrebt Ihnen dazu zu verhelfen.

Entsprechend Ihren Bedürfnissen und Erfordernissen haben wir diverse Spezialisten, die sich um Ihr Wohlergehen und den weiteren Verlauf Ihrer Erholung kümmern:

Bei unkompliziertem Verlauf können sie mit einem stationären Aufenthalt von 10 - 12 Tagen rechnen.